
Strategischer Einkauf
Jeder Euro, der im Einkauf verdient wird, schlägt sich zu 100% im Profit nieder. Aber der strategische Einkauf muss noch mehr leisten: Versorgungssicherheit, Lieferantenkooperation, Supply Chain Optimierung, Bestandsoptimierung, etc.
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Nur wenn der Einkauf integrativer Bestandteil der Wertschöpfungskette ist und auf Kaufent-scheidungen frühzeitig Einfluss nehmen kann, kann der Einkauf auch signifikanten Wert für das Unternehmen generieren.
Beispiel für ein Warengruppensystem:
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1.0 Direktes Material & Services
1.1 Rohstoffe
1.2 Energie: Strom, Gas, Treibstoffe
1.3 Verlängerte Werkbank
1.4 Handelsware
2.0 Indirektes Material
2.1 Investitionen
2.1.1 Maschinen
2.1.2 Gebäude, Grundstücke
2.1.3 Industrieöfen
2.2 Hilfs- und Betriebsstoffe
2.2.1 Werkzeuge
2.2.2 Schmiermittel: Öle, Fette, Kühlflüssigkeiten
2.2.3 Elektromaterial: Kabel, Stecker
2.2.4 Baustoffe
2.2.5 Elektronik: Steuerungen, Roboter
2.2.6 Antriebstechnik: Motoren, Getriebe
2.2.7 Industriegase
2.2.8 Bürobedarf: Schreibwaren, Zeitschriften
2.2.9 Heizung, Lüftung, Klima
2.2.10 Fahrzeuge: Autos, Stapler, LKWs
2.2.11 IT: Software,Hardware
2.2.12 Hebe- und Förderzeuge: Kräne, Fließbänder, Rollgänge
2.2.13 Chemikalien
2.2.14 Hydraulik & Pneumatic
2.2.15 Verpackungsmaterial
2.2.16 Kunststoffbedarf
2.2.17 Arbeits- und Unfallschutz: Bekleidung, Schilder
2.2.18 Büro und Werkstatteinrichtung: Tische, Regale
2.2.19 Lebensmittel und Catering
2.3 Dienstleistungen
2.3.1 Facility Service: Reinigung, Wachdienst
2.3.2 Reparaturen & Wartung
2.3.3 Beratung: Business, Steuer, Recht
2.3.4 Forschung & Entwicklung
2.3.5 Lohnarbeit
2.3.6 Versicherungen
2.3.7 Büro- und Personaldienstleistungen
2.3.8 Telekommunikation
2.3.9 Reisen
2.3.10 Marketing und Werbung
2.4 Transport
2.4.1 Strasse
2.4.2. Schiene
2.4.3. Container & Breakbulk
2.4.4 Luftfracht
2.4.5 Paketdienst
2.4.6 Lagerung
2.4.7 Abwicklung und Verzollung
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Warengruppenstrategie
Das Einkaufsportfolio wird in Warengruppen strukturiert, um die Beschaffungsstrategie auf die Warengruppe maßschneidern zu können. Auf der höchsten Ebene unterscheidet man direktes und indirektes Material, also Material, das direkt im Produkt verarbeitet wird und solches, das zum Geschäftsbetrieb nötig ist. Die weitere Einteilung kann nach Produktwert und Beschaffungsmarkt-Eigenschaften erfolgen.
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Für jede Warengruppe wird dann eine Beschaffungsstrategie festgelegt. Hierzu gibt es verschiedene Methoden, die alle letztendlich, eine Balance zwischen Versorgungssicherheit, Marktmacht und Preis herstellen sollen. In der Waregruppenstrategie wird auch festgelegt, ob jede Niederlassung eigenständig verhandelt und/oder bestellt oder ob Verhandlungen zentral gemacht und Ergebnisse allen zur Verfügung gestellt werden.
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Beschaffung
Basierend auf der Warengruppenstrategie wird dann die Beschaffung durchgeführt. Das kann durch jährliche Preisverhandlungen, Ausschreibungen, Katalogbestellungen oder einfach bewusst durch Einkauf beim Händler "ums Eck" geschehen. Das gewählte Verfahren wird vom Warenwert und auch davon abhängig sein, wie kritisch das Produkt für den Geschäftserfolg ist.
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Lieferantenmanagement
​Hat man einen zuverlässigen und Kosten-/Leistungsoptimalen Lieferanten gefunden, so gilt es, diesen zu halten, auszubauen und dazu zu motivieren, Innovationen ins eigene Geschäftsmodell einzubringen. Auch die Beurteilung und letztendlich die Auslistung eines Lieferanten gehören zum Lieferantenmanagement.
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Vertragsmanagement
Nach dem mit jedem Lieferanten zumindest ein Vertrag in irgendeiner Form geschlossen wird, macht es Sinn diese Verträge möglichst automatisiert zu verwalten. Verträge haben z.B. ein Ablaufdatum und müssen regelmäßig neu verhandelt werden.
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Kennzahlen
Leistungskennzahlen im Einkauf sind wichtig aber auch sehr kritisch zu beurteilen. So sagt die Entwicklung des Einkaufspreises ohne die Berücksichtigung der Marktpreisentwicklung wenig aus. Eine beliebte Kennzahl ist auch die Anzahl der Lieferanten, die man nur pro Warengruppe beurteilen sollte. Die Zuverlässigkeit eines Lieferanten ist eine sehr wichtige Kennzahl, die aber meist nur manuell erfasst wird und durch persönliche Erfahrungen verzerrt wird.
Fazit: Kennzahlen liefern nur dann zuverlässige Information, wenn der Kontext verstanden wird und die grundsätzliche Aussage immer kritisch hinterfragt wird. Gerade im Einkauf ist es besonders schwierig aussagefähige Kennzahlen zu liefern.

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