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Die KTM Misere

Aktualisiert: 27. Mai 2025

Am 24. November ging die österreichische Motorradmarke mit 2,8 Milliarden Schulden und 150.000 Fahrzeugen auf Lager in Konkurs. KTM ist eines der wenigen bekannten und renommierten Österreichischen Industrieunternehmen, das in der Vergangenheit mit hervorragenden Marketingkampagnen und außergewöhnlicher Produktleistung die Welt beeindruckte.


Was ist schiefgelaufen?

  1. Nach der Corona-Krise gab es eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach vielen Konsumgütern, bei gleichzeitig gravierenden Lieferengpässen. KTM erweiterte seine Produktionskapazitäten erheblich, ignorierte dabei jedoch die makroökonomische Tatsache, dass es sich um einen einmaligen Effekt handelte.

  2. Als die Nachfrage abkühlte, lief die Produktion weiter und füllte die Lagerbestände. Finanzielle Aspekte wurden ignoriert.

  3. Die starke Nachfrage in der Zeit nach Covid führte nicht nur zur Ausweitung der Produktionskapazitäten, sondern auch zu einer erhöhten Modellkomplexität. Dabei hätten gute Zeiten vielmehr genutzt werden sollen, um Strategien zur Komplexitätsreduktion umzusetzen, etwa Plattform- oder Postponement-Strategien.


    Es ist eine Art „Titanic“-Tragödie, dass Management, Aufsichtsrat, Eigentümer und alle anderen Interessensgruppen die offensichtlichen Anzeichen des Scheiterns ignorierten. Die gute Nachricht ist, dass der indische Partner das Unternehmen mit frischem Kapital gerettet hat. Doch nun geht ein österreichischer Automobiltraum zu Ende.


 
 
 

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